In der öffentlichen Diskussion scheint der Weg vorgezeichnet: „Alles wandert in die Cloud“. Doch ein Blick auf die tatsächliche Infrastruktur erfolgreicher deutscher Ingenieurbüros zeigt ein anderes Bild. Aktuelle Marktdaten belegen: Wer eine gewisse Größe erreicht, verlässt sich selten allein auf externe Hyperscaler. Der Standard im gehobenen Mittelstand ist hybrid – und das aus gutem Grund.
Für Inhaber und IT-Verantwortliche stellt sich oft die Frage: Investieren wir noch in eigene Hardware oder mieten wir alles „as a Service“? Die Antwort der Marktführer ist eindeutig: Die eigene Infrastruktur ist keineswegs tot, sie entwickelt sich nur weiter.
Der Markt im Blick: Ab 50 Mitarbeitern ändert sich die Strategie
Um die IT-Strategien einzuordnen, lohnt ein Blick auf die Struktur der Branche. Der Verband Beratender Ingenieure (VBI) zählt rund 2.000 Mitgliedsunternehmen. Davon gehören etwa 10–11 % zur Kategorie der Großbüros mit über 50 Beschäftigten. Das entspricht rund 200 Unternehmen, die aufgrund ihrer Projektvolumina und Datenmengen als technologische Vorreiter gelten.
Genau bei diesen Unternehmen zeigt sich eine interessante Diskrepanz zwischen öffentlichem „Cloud-Hype“ und gelebter Realität. Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) aus dem Jahr 2023 liefert hierzu aufschlussreiche Zahlen:
- Bei mittelgroßen Unternehmen (50–249 Beschäftigte) nutzen 59 % Cloud-Services.
- Im Umkehrschluss bedeutet das: Rund 41 % dieser etablierten Büros verzichten bewusst auf Public-Cloud-Dienste und betreiben ihre kritischen Systeme vollständig intern (On-Premises).
Selbst bei den Großunternehmen (über 250 Mitarbeiter) setzt fast ein Fünftel weiterhin rein auf eigene Rechenkapazitäten. Die Botschaft ist klar: Größe korreliert nicht automatisch mit „Cloud Only“. Im Gegenteil: Je größer das „Asset“ (die Projektdaten), desto größer der Wunsch nach physischer Kontrolle.
Hybrid ist der neue Standard: Das Beste aus zwei Welten
Bedeutet das, Ingenieurbüros verschlafen die Digitalisierung? Keineswegs. Die großen Player setzen heute mehrheitlich auf hybride IT-Architekturen. Laut der Studie „Cloud in Deutschland 2023“ (IDC) ist die Kombination aus Public-Cloud und eigener Infrastruktur das dominierende Modell.
In der Praxis eines Ingenieurbüros sieht diese Aufteilung meist so aus:
- Das „Herz“ bleibt zu Hause (Private Cloud / On-Premises):
Kritische Kern-Anwendungen wie CAD/BIM-Daten, die zentrale ERP-Software (z.B. visuplus®) und sensible Finanzdaten liegen auf eigenen Servern oder in einer dedizierten Private-Cloud in deutschen Rechenzentren. Hier stehen Datenhoheit, Performance (Latenzzeiten bei großen CAD-Dateien!) und Datenschutz an erster Stelle. - Die „Arme“ reichen in die Cloud (Public Cloud):
Skalierbare Zusatzdienste, E-Mail-Kommunikation (MS 365), Teams-Calls oder temporäre Rechenleistung für Renderings werden flexibel aus der Public Cloud bezogen.
Fazit: Datenhoheit bleibt ein Wettbewerbsvorteil
Die Zahlen zeigen: Über 80–90 % der großen Ingenieurunternehmen unterhalten weiterhin eine eigene Serverlandschaft oder eine exklusive Private-Cloud-Umgebung. Sie haben erkannt, dass die vollständige Abhängigkeit von externen Cloud-Providern strategische Risiken birgt.
Für Ihre IT-Entscheidung bedeutet das: Lassen Sie sich nicht einreden, dass ein eigener Server „von gestern“ ist. Er ist – richtig eingesetzt und modernisiert – das Fundament für eine unabhängige und wirtschaftliche Büroführung.
Genau hier setzt visuplus® an: Unsere Software ist so konzipiert, dass sie sich nahtlos in diese hybriden Profi-Umgebungen einfügt. Ob auf Ihrem Server im Keller oder in Ihrer Private Cloud im Rechenzentrum – Sie behalten die Kontrolle.
📚 Quellen & Datenbasis
Dieser Artikel stützt sich auf aktuelle Erhebungen zur IT-Nutzung im deutschen Mittelstand.
- Destatis (2023): Nutzung von Cloud Computing in Unternehmen. (Zeigt: 41 % der mittelgroßen Firmen nutzen keine Public Cloud).
- IDC / Leaseweb (2023): Studie „Cloud in Deutschland“. (Bestätigt den Trend zur Hybrid-Cloud-Strategie).
- VBI Verband Beratender Ingenieure: Branchenanalyse Planungswirtschaft.




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