visuplus® Magazin

Cloud-Hype vs. Realität: Warum Ingenieurbüros bei der ERP-Wahl auf Hybrid-Strategien und Datenhoheit setzen

von | 31.01.2026 | Digitalisierung & Praxis | 0 Kommentare

Die IT-Landschaft in deutschen Ingenieurbüros steht vor einem gewaltigen Umbruch. Lange Zeit galt „Alles in die Cloud“ als das unvermeidbare Mantra der Digitalisierung. Doch aktuelle Zahlen zeichnen ein differenzierteres Bild. Die neue Lünendonk-Studie 2025 belegt, was viele Geschäftsführer mittelständischer Planungsbüros bereits ahnten: Die totale Abhängigkeit von der Public Cloud ist nicht die Lösung. Der Trend geht massiv zu hybriden Strategien – und das aus gutem Grund: Datenhoheit ist die Währung der Zukunft.

Die IT-Landschaft in deutschen Ingenieurbüros steht vor einem gewaltigen Umbruch. Lange Zeit galt „Alles in die Cloud“ als das unvermeidbare Mantra der Digitalisierung. Doch aktuelle Zahlen zeichnen ein differenzierteres Bild. Die neue Lünendonk-Studie 2025 belegt, was viele Geschäftsführer mittelständischer Planungsbüros bereits ahnten: Die totale Abhängigkeit von der Public Cloud ist nicht die Lösung.

Der Trend geht massiv zu hybriden Strategien – und das aus gutem Grund: Datenhoheit ist die Währung der Zukunft.

Das Ende der Legacy-Systeme – aber wohin geht die Reise?

Der Handlungsdruck ist real: Laut der aktuellen Studie bewerten 62 % der Unternehmen ihre bestehenden IT-Systeme als veraltet. Schlimmer noch: Bei jedem zweiten Unternehmen ist der Betrieb dieser Altsysteme mittelfristig nicht mehr gesichert.

Für Ingenieurbüros ist das ein Alarmsignal. Veraltete Software bremst nicht nur BIM-Prozesse und die Projektsteuerung, sie wird zum echten Sicherheitsrisiko. Doch der reflexartige Wechsel in reine Public-Cloud-Abomodelle entpuppt sich oft als Sackgasse. Wer seine sensiblen Projektdaten vollständig an externe Hyperscaler übergibt, tauscht technische Schulden gegen strategische Abhängigkeit („Vendor Lock-in“).

Hybrid ist das neue Normal: Die Renaissance des eigenen Servers

Die Studie liefert hierzu eine überraschende Zahl:

„Nur etwa 25 % der Firmen verfolgen eine reine Public-Cloud-Strategie, während 72 % auf On-Premises- oder Private-Cloud-Lösungen setzen.“

(Lünendonk-Studie 2025)

Was bedeutet das für Ihr Büro? Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass nicht jede Anwendung in die öffentliche Cloud gehört. Eine intelligente Hybrid-Strategie trennt die Spreu vom Weizen:

  • Kommunikation & Tools: E-Mail oder Teams-Calls laufen über die Public Cloud.
  • Das Herzstück (ERP & Projektdaten): Hier verlangen Ingenieure zurecht maximale Kontrolle. Diese Daten bleiben On-Premises (auf dem eigenen Server) oder in einer kontrollierten Private Cloud.

Warum Datenhoheit für Ingenieure unverhandelbar ist

Gerade bei kritischer Infrastruktur-Planung und sensiblen Bauherren-Daten ist die physische Kontrolle über die Daten mehr als nur ein Gefühl – sie ist oft vertraglich geboten.

Genau hier positionieren sich moderne ERP-Lösungen wie visuplus®. Im Gegensatz zu reinen SaaS-Anbietern, bei denen Sie Ihre Daten nur „mieten“, verfolgen wir den Ansatz der absoluten Datenhoheit:

  1. On-Premises als Standard: Ihre Daten liegen dort, wo sie hingehören – auf Ihrer Infrastruktur. Sie bestimmen, wer Zugriff hat, nicht der Cloud-Provider.
  2. Unabhängigkeit durch Open Source: Anstatt Sie in teure Lizenzmodelle für Datenbanken (wie Oracle oder MS SQL) zu zwingen, nutzen Systeme wie visuplus® die leistungsstarke, lizenzfreie Firebird-Datenbank. Das spart massive laufende Kosten.
  3. Keine Sackgassen (ODBC): Eine echte Datenhoheit bedeutet auch, dass Sie jederzeit an Ihre Rohdaten kommen. Über offene Schnittstellen können Sie BI-Tools anbinden, ohne beim Hersteller um Erlaubnis fragen zu müssen.

KI als Werkzeug, nicht als Selbstzweck

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz zeigt die Studie klare Pragmatik: 73 % der Unternehmen nutzen KI bereits zur Analyse von Altsystemen und für Datenmigrationen.
Für Ingenieurbüros heißt das: Der Umstieg von einem veralteten System auf eine moderne On-Premises-Lösung wie visuplus® ist heute risikoärmer und schneller machbar als noch vor fünf Jahren.

Fazit: Investieren Sie in Ihre Unabhängigkeit

Die Lünendonk-Studie bestätigt: „Die Zukunft gehört hybriden IT-Modellen.“
Für Ihr Ingenieurbüro bedeutet das, die Flexibilität moderner Software zu nutzen, ohne die Kontrolle über das eigene „Gold“ – die Projektdaten – abzugeben.

Unser Experten-Tipp für Ihre Software-Evaluation:
Lassen Sie sich nicht von Cloud-Versprechen blenden. Stellen Sie jedem ERP-Anbieter vor der Unterschrift diese drei Fragen zur „Exit-Strategie“:

  • Datenzugriff: Habe ich vollen Zugriff auf die Datenbank (z.B. via ODBC), um meine Daten jederzeit selbst zu exportieren?
  • Wahlfreiheit: Kann ich die Software auch lokal auf meinem eigenen Server betreiben, wenn ich das möchte?
  • Kostenfalle: Bin ich abhängig von steigenden Datenbank-Lizenzen Dritter oder nutzt das System offene Standards?

Nur wer hier mit „Ja“ antwortet, sichert Ihrem Büro langfristig die unternehmerische Freiheit.

📚 Quellen & Weiterführende Informationen

Dieser Artikel basiert auf aktuellen Marktdaten und Analysen zur IT-Struktur im deutschen Mittelstand.

  • Hauptquelle: Lünendonk & Hossenfelder GmbH (2025): „IT-Modernisierung zwischen Legacy, Cloud und KI – Status quo und Ziele im gehobenen Mittelstand“.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Autor

Martin Hilmer

Martin Hilmer

Als Sales Executive bei visuplus® ist Martin Hilmer täglich im direkten Austausch mit Inhabern von Planungsbüros. Er kennt die wirtschaftlichen Engpässe zwischen HOAI und Controlling nicht nur aus der Theorie, sondern aus hunderten Beratungsgesprächen. Im Magazin teilt er Lösungen für die Probleme, die ihm in der Praxis am häufigsten begegnen.

Weitere Artikel

Ausgewählte Fachbeiträge und wichtige Updates für Ihr Büro – kuratiert von unseren Experten.

März 09 2026

Prognoseplanung im Ingenieurbüro: Warum Prozentwerte das Excel-Chaos beenden und die Liquidität sichern

Eine verlässliche Projektsteuerung erfordert mehr als nur eine saubere Kalkulation. Erfahren Sie, warum die Planung mit kumulierten Prozentwerten fehleranfällige...
März 04 2026

Neuer Wirtschaftsprüfer im Ingenieurbüro? Warum prüfbares Projektmanagement plötzlich zum Vorteil wird

Ein Prüferwechsel ist für viele Ingenieurbüros im ersten Jahr ein echter Zeitfresser. Wir zeigen, warum prüfbares Projektmanagement und eine Software-Zertifizierung...
Symbolbild: Ein chaotischer Kabel- und Zahnradhaufen steht für komplexe Individualsoftware, daneben ein klarer, leuchtender Datenwürfel als Symbol für Standard-ERP.
Feb. 24 2026

Die eRechnung im ERP-System: Export ist Pflicht, strukturierter Import die Kür

Den Export von eRechnungen (XRechnung, ZUGFeRD) beherrschen viele. Doch der echte Produktivitätsgewinn liegt im Rechnungseingang. Erfahren Sie, warum ein strukturierter...
Feb. 19 2026

Teilhonorar nach HOAI 2021: Warum die Siemon-Tabellen so wertvoll sind – und wie ein ERP daraus einen sicheren Prozess macht

Die HOAI 2021 verlangt bei Teilbeauftragungen eine anteilige Abrechnung, liefert aber keine Prozentwerte. Wir erklären, warum die „Siemon-Tabellen“ hier der...
Symbolbild: Sicherer Datentransfer von einem abstrakten Cloud-Konstrukt in einen lokalen, sicheren Tresor als Zeichen für Datenhoheit.
Feb. 18 2026

SaaS-Exit strategisch denken: Datenhoheit, Gesetzgebung und die Rolle lokaler ERP-Strukturen

Ein SaaS-Anbieterwechsel ist oft mit Hürden verbunden. Doch der neue EU Data Act macht den Kampf gegen den Vendor-Lock-in zur Pflicht. Lesen Sie, warum gesetzliche...
Symbolischer Vergleich: Chaotische und teure Individualsoftware als instabiles Bauwerk (links) gegenüber strukturierter Standard-ERP-Lösung als modernes Hochhaus (rechts)
Feb. 12 2026

Individuelle ERP-Systeme im Ingenieurbüro: Freiheit oder Kostenfalle?

Ein eigenes ERP-System entwickeln? Das klingt nach maximaler Freiheit, endet aber oft in der Kostenfalle. Wir rechnen vor: Warum jährliche Wartungskosten von 15–25 %...
Feb. 04 2026

Versteckte ERP-Kosten: Warum die Wahl der Datenbank über Ihr Budget entscheidet

Viele ERP-Systeme basieren auf kostenpflichtigen Plattformen wie FileMaker. Das bedeutet: Jährliche Zusatzkosten pro Nutzer und Abhängigkeit. Erfahren Sie, warum offene...
Feb. 03 2026

SaaS oder On-Premises? Der große ERP-Vergleich für Ingenieurbüros

Mieten oder Kaufen? Cloud oder eigener Server? Wir erklären die Unterschiede zwischen SaaS und On-Premises und zeigen, worauf Ingenieurbüros bei der Auswahl achten...
Feb. 01 2026

ERP für Planungsbüros im Umbruch: PEP, Abrechnung, Datenhoheit und Customizing

Marktkonsolidierung und neue Lizenzmodelle setzen Planungsbüros unter Druck. Doch Vorsicht: Wer jetzt vorschnell auf Standard-Lösungen setzt, riskiert Engpässe bei PEP...
Jan. 31 2026

IT-Infrastruktur 2026: Warum große Ingenieurbüros auf Hybrid setzen

Alles in die Cloud? Die Marktdaten sprechen eine andere Sprache. Aktuelle Analysen zeigen: Erfolgreiche Ingenieurbüros setzen nicht auf totale Abhängigkeit, sondern auf...